18/10/15 Name it

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“Names and attributes must be accommodated to the essence of things,
and not the essence to the names, since things come first and names afterwards.” 

Galileo Galilei

Hier kommt eine Idee an die Eltern aller Chantal-Latoyas, aller Jaqueline-Sorayas und aller Kevin- Napoleons: Lasst euch doch bei der Namensgebung eures nächsten Kindes zur Abwechslung einfach mal nicht von den Namen der Sprösslinge der Hollywoodstars oder den Teilnehmern deutscher Castingshows, sondern von den Balinesen inspirieren.

Die nenne ihre Kinder nämlich ganz pragmatisch nach Geburtsreihenfolge Eins, Zwei, Drei oder Vier. Oder um es auf balinesisch zu sagen Wayan, Made, Nyoman, Ketut. Und das egal ob es sich um einen Jungen oder ein Mädchen handelt.

Das alles erklärt mir Herman, der eigentlich ein Wayan ist. Wieso er denn nicht Wayan heißt, will ich wissen. Sein erster Name sei auch weiterhin Wayan, erklärt Herman mir. Aber diesen Speziellen eben habe er von seiner Mutter bekommen, nachdem er die Schule beendet hat. Der Name Herman ist auf Bali nämlich für besonders pfiffige Kerlchen beliebt. Aber auch auf Deutsch hat eine eine starke Bedeutung und steht für „Krieger“ oder „Kämpfer“. Und das muss Herman wahrlich sein, den Schulpflicht besteht hier nur für sechs Jahre. Der Besuch weiterführender Schulen ist nicht verpflichtend und mit hohen Kosten verbunden. Insofern ist es ja irgendwie auch nicht verwunderlich, dass seine Mutter (die ja im Zweifel für die Ausbildung bezahlt hat) jetzt stolz die Erfolge ihres Sohne präsentieren möchte. Und wir würde das besser gehen, als den Sohnemann einfach in einen „schlauen Kämpfer“ umzubenennen?

Damit hat Herman noch Glück gehabt. So gibt es auch Kinder, die für ihren Zeitnamen einfach nach optische Faktoren benannt werde. Wenn man also Pech hat kann man der Dicke oder der Dünne sein. Nichts desto trotz finde ich dieses Idee irgendwie faszinierend. Was wäre das für eine neue Idee, wenn wir erst einmal Platzhalternamen hätten und erst nach ein paar Jahren entscheiden würden, ob ein Kevin, entsprechend seiner Bedeutung, wirklich ein Anmutiger ist oder eine Chantal möglicherweise ein Felsblock? Wenn wir unseren Namen prägen würden und nicht unser Name uns?

Der einzige bei dem die Geburtenreihenfolge kein Rolle spielt, ist Jake, der Papagei. Jake kommt von Jakob aus dem Hebräischen und schon in der Bibel wurde der Name auch als Überlister interpretiert. Das passt, denn Jake, der eigentlich aus Australien kommt, ist ein Experte darin Mais zu klauen und mit diesem dann auf die nächste Palme zu verschwinden. Wenn Jake wüsste, dass die weibliche Form seines Namens Jaqueline ist… Aber das ist eine andere Geschichte.

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