14/07/14 See the little things Part II

Weitere wundervolle, kleine Vergnügen die glücklich machen und kein Geld kosten! Dieses Mal aus Alaska.

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Blaubeeren pflücken

Himmel und Meer sind blau. An Land ist blau die Farbe die in der Natur am seltensten vorkommt. In den meisten Sprachen vieler Naturvölker gibt es noch nicht mal eine Namen für das Wort blau. Blau ist etwas besonderes. Genauso wie ein Sommer in Alaska. Die meiste Zeit des Jahres sind die Hänge und Wälder mit dicken Schneekrusten bedeckt. Ab April legt die warme Frühlingssonne ihr Veto ein und befreit die Tundra von ihrer Schneedecke.

Innerhalb weniger Wochen reifen unzählige von Blaubeeren an den bodennahen Sträuchern heran und verwandeln die Hänge der Berge in einen Teppich aus blauen Punkten. Je höher man hinaufsteigt desto größer werden die Beeren. Es sind soviel, dass man sich nicht einmal die Mühe macht jede Beere einzeln zu pflücken. Im Sammelwahn bringt es einfach Spaß soviel Beeren samt Stängel wie möglich auszurupfen. Die eine Hälfte wandert in den Eimer, die andere in den Mund.

Einheimische kommen mit Plastikeimern entgegen um sich für den Winter zu bevorraten. Bären und Karibus machen sich gar nicht erst die Mühe Beere für Beere abzuknabbern. Büschelweise futtern sie die süßen Früchte. Denn in Alaska weiß jeder: Blaubeeren im Sommer sind wahrlich etwas ganz besonderes!

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Draußen sein

Mittlerweile habe ich die meiste Zeit des Jahres draußen verbracht. Im Rhythmus der Natur signalisiert der Sonnenuntergang einem wann es Zeit ist schlafen zu gehen. Die Abwesenheit von Licht fördert die Ausschüttung von Melatonin im Körper und lässt einen so schläfrig werden. Auf Fidschi geht die Sonne um sechs unter, meistens habe ich spätestens um neun geschlafen.

In Alaska ist es bis weit nach Mitternacht hell. Das sind sechs Stunden mehr. Ein bisschen wie die Zeitumstellung. Nur täglich. Und jedes Mal fünf Stunden extra. Ein geschenkter Tag im Tag.

Diese sechs Stunden am Abend sind großartig. Abend für Abend hüpfe ich ein weißes Loch frei von Zeit und Raum und abseits von Elektrizität, Internet und Zeitmangel die zuhause in mir das deutsche Feuer der Produktivität entfachen würden.

Noch einmal durch den Wald spazieren. Ein Buch lesen. Holz sammeln. Ins Feuer gucken. Oder auch ganz banale und alltägliche Sachen wie Abendessen auf dem Gaskocher kochen oder Geschirr mit Wasser aus dem Plastikkanister abspülen. Wenn man draußen lebt dauert halt alles ein bisschen länger.

Aber das macht nichts. Denn die Sonne scheint ja den ganzen Abend und die halbe Nacht lang. Vielleicht weil man so mehr Zeit hat produktiver zu sein. Vielleicht aber auch einfach weil es schön ist….

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Ein Feuer machen

Es hat seit Wochen nicht richtig geregnet? Waldbrandgefahrwarnung auf Stufe Fünf? Egal! Camping ohne ein Feuer ist für Amerikaner unvorstellbar. Überall gibt es Feuerstellen, viele Park bieten kostenloses Feuerholz.

Ein Lagerfeuer machen ist wie die Ü18 Version an ein einer Kerzen rumpulen. Es knistert, es knackt. Asche fliegt durch die Luft. Die Luft am Abend ist schon etwas kühler, aber die Hitze des Glut und die Euphorie des Zündels lässt das Gesicht warm werden. Mit der Zeit lernt man die Tricks und entwickelt man ein System. Kleine Stöckchen zu einem Art kleinenTipi aufstellen. Firestarter (eine Mischung aus Sägespäne und Kerzenwachs in einem Eierkarton, sodass man sie einzeln abtrennen kann) rein. Los gehts!

Aber für ein richtiges Lagerfeuer fehlen noch drei wichtige Zutaten: Gram Cracker, Schokolade und Marshmellows. Die Marshmellows werden über dem Feuer auf kleinen Stöckchen geröstet bis sie außen kleine, goldene Blasen schlagen um der Kern weich und klebrig ist. Dann werden sie zusammen mit der leicht abgeschmolzenen Schokolade zwischen zwei süße Waffeln gesteckt.

S´more´s nenne die Amerikaner liebevoll ihre süße Camping Spezialität. Das hat einen einfachen Grund. Denn isst man einen will man mehr. Some more eben!

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