03/07/14 Don´t buy it

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A man said to Buddha, „I want Happiness.“
Buddha said, „First remove „I“ thats ego.
then remove „want, that´s desire.
See now you are left with only happiness.

Vier Monate Leben im fidschianischen Busch habe Spuren hinterlassen. Ich habe keine Schuhe, sondern trage trotz des kalten Regens in Seattle nur Flip Flops. Die meisten meiner Klamotten haben Mottenlöcher und wurden seit Woche nur mit der Hand gewaschen.

Mit dem Gedanken an dasselbe Bikinioberteil, das ich seit Wochen trage beschließe ich. dass es Zeit für einen neuen BH sowie ein paar andere Kleidungsstücke ist. Der Eingangsbereich der Mall ist dreimal so groß wie der kleine Second Hand Laden auf Taveuni. Der Kontrast hätte nicht größer sein können.

Keine drei Meter nachdem ich den Laden betreten habe, gerate ich schon in die Fänge von Candice. Candice ist genauso süß wie ihr Name und eine Verkäuferin aka Angel im Victoria Secrets Store. Die Corporate Behaviour Maske sitzt und so hofiert sie mich mit ihrem gebleachtem Strahlen durch den Laden und tut alles dafür, damit ich mir wie eine Prinzessin vorkomme.

Ich fühle mich eher wie Aschenputtel. Meine Füße sind voller Matsch und mein Rucksack ist dreckig. Um mich herum wühlen ältere Damen mit sonnengebräunter Lederhaut in den Boxen mit den Angeboten für winzige Tangas.

Aber Candice ist Profi oder tut zumindest so. Flink lotst sie mich in die Umkleidekabine wo sie mit dem lässig um den Hals gehängten Maßband meine Maße nimmt und sie blitzschnell auf eine kleine Visitenkarte einträgt. Stapelweise schleppt sie BH um BH und als ich sie mit der in der Umkleidekabine integrierten Klingel rufe quietscht sie vor Vergnügen und überschüttet mich mit Komplimenten der Superlative. Ich weiß nicht ob es die Komplimente (Aweeeeesome) oder die im Shop integrierten Duftzerstäuber sind die mich am Ende bewegen zu kaufen. Während Candice ihren Spaß daran hat die Einkäufe in rosafarbenes Seidenpapier einzuwickeln schaue ich mich schon um und überlege in welchem Mülleimer ich heimlich die leuchtend linke Tüte mit dem goldenen  Schriftzug verschwinden lassen kann.

Als ich den Laden verlasse fühle ich mich erschöpft. Ich habe keine Lust mehr auf Shopping. Aber ich brauche dringend ein paar warme Sachen. Als betrete ich das nächste Geschäft betrete wundere mich.

Nichts.

Ich greife ein Shirt und suche nach dem Jagdinstinkt den der Geruch von Textilien auf mich ausgeübt hat. Da ist nichts. Um streifen die Frauen auf Beutezeug systematisch durch den Laden wie Hyänen im Kaninchenstall. Immer nur ein Objekt vom Glück entfernt.

Suffizienz nennen Wissenschaftler ein Verhalten, das jede Kaufentscheidung neu auf den Prüfstand stellt: Brauche ich das wirklich? Welche Alternativen gibt es? „Ein suffizienter Lebensstil kann den Energie- und Ressourcenverbrauch senken und dabei die Lebensqualität erhöhen“, so Oliver Stengel, Konsumforscher am Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie.

Das Leben im Busch hat mich verändert. Ich lege das Shirt zurück ins Regal und verlasse den Laden. Und auf einmal bin ich dem Glück ganz nahe.

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