22/05/14 Make the most out of it

IMG_0671 1

It is better to look back in life and say
„I can´t believe I did that“ than to look back
and say „I wish I did that.“

Honolulu. 3:00 Uhr morgens. Der Flughafen ist wie leer gefegt. Ich bin die letzte in der Schlange vor dem Immigration Schalter. Fast eine Stunde habe ich gewartet.

Obwohl der Flug aus Fidschi kommt stammen die meisten Pässe die ich in den Händen der Reisenden sehe aus Australien oder Neu Seeland. Die beiden Schwedinnen vor mir scheinen die einzigen Europäer zu sein.

Nervös beobachte ich die zwei offenen Schalter und hoffe, dass ich zu dem Schalter mit dem kleinen Chinesen und nicht zu der mürrisch dreinguckenden Frau kommen.

Dies ist meine vierte Einreise in die Vereinigten Staaten von Amerika und jedes Mal fühle ich mich bei der Befragung durch den Beamten am Einreiseschalter wie eine Mischung aus einem kleinen Mädchen und einer Kriminellen.

Als die Schwedinnen von der dicken Beamtin aufgerufen werden jubel ich insgeheim. Immer noch etwas nervös gehe ich auf den Schalter zu und lächle den kleinen Chinesen freundlich an. Er lacht strahlend über das ganze Gesicht zurück. Für die frühe Uhrzeit, die lange Schlange an Menschen und die immer gleichen Fragen ist er verdammt gut drauf.

„How long are you gonna stay?“, fragt er mich.

„Three months“, antworte ich wahrheitsgemäß.

„What ist your profession? Why can you stay here for such a long time?“, fragt er weiter.

„I´m a graphic designer“, antworte ich. „But I quit my job to go traveling.“

„Wow, that´s awesome!“, ruft er begeistert und klatscht in die Hände. „Yeah, you are making the most out of it!“

Etwas irritiert gucke ich ihn an. Ich glaube in den vergangen Monaten hat keiner meine Kündigung und meine sich immer wieder ändernden Pläne so euphorisch gefeiert.

„You only live once“, sage ich ohne Nachzudenken und beiße mir im nächsten Moment innerlich auf die Zunge. Es ist eine Sache wenn ein Beamten der Einwanderungsbehörde mit Kalendersprüchen um sich schmeißt, aber ich stehe immer noch auf der anderen Seite des Glaskastens und presse fleißig Finger um Finger auf das digitale Stempelkissen mit dem Wunsch auf einem Stempel in meinem Pass.

Den kleinen Konfuzius in Uniform scheint das nicht zu stören. Im Gegenteil.

„Genau das hat mein Sohn auch gesagt bevor er in den Irak gegangen ist“, sagt er und kichert weiter fröhlich vor sich hin.

Ich zucke zusammen. Sprachlos suche ich nach einer passenden Antwort. Bevor ich weiter nachdenken kann hat mein neuer Freund hat schon meinen Pass gezückt,  stempelt ihn ab und überreicht ihn mir mit den Worten „Welcome to the United States.“

Und so betrete ich frühmorgens amerikanischen Boden.

Let´s make the most out of it.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s