07/05/14 See the little things

In den letzten Jahren war es mein Job Produkte schön zu verpacken, Bedürfnisse zu wecken und dem Kunden so zu versichern, dass der Konsum eben diesen Produkts ihn um Längen glücklicher machen würde.

Es gibt eine traurige Wahrheit. Das ist Quatsch. Wir brauchen keinen fünften Kaffeebecher mit Thermofunktion oder LED Kerzen im Doppelpack um glücklich zu sein.

Die Welt ist voller wunderbarer, kleiner Vergnügen, die uns glücklicher machen als ein Tischläufer in Frühlingsfarben es uns je machen könnte. Und das Beste ist – sie kosten noch nicht einmal etwas. Wir müssen sie nur erkennen.

Nachts mit dem Fahrrad durch die Stadt zu fahren, eine Schüssel mit Rührteig auszulecken oder einen Stuhl per Hand abschleifen gehören zuhause für mich zu solchen schönen Momenten. Auf Fidschi habe ich ein paar neue großartige Dinge entdeckt.

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Eine Kokosnuss auskratzen

Es gibt zwei Arten von Reifegraden einer Kokosnuss. Die erste ist Bu, eine frische Kokosnuss, gut einpackt in eine zusätzliche dicke, grüne Schale. Ein Fidschianer macht das einfach so wie wir ein Ei köpfen – Kokosnuss in der einen Hand, Machete in der Anderen. Dann kann man den köstlich süßen Saft direkt aus der Nuss trinken und am Ende das weiche Fruchtfleisch mit einem Stück Schale herausschälen.

Der wahre Genuss aber ist das Auskratzen einer Nu, einer alten Kokosnuss. Das Fruchtfleisch ist dick und fest. Man braucht ein Messer um alles heraus zu pulen. In diese Beschäftigung kann man in einer Mischung aus Meditation und Wahn regelrecht eintauchen. Jedes herausgebrochene Stücken ist ein weiteres Erfolgserlebnis, jede Stück, das in hohem Bogen durch die Luft fliegt einen weiteren Lacher wert. Ein Puzzle in verkehrter Richtung.

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Durch einen Supermarkt schlendern 

Supermärkte in kleinen Orten sind für mich wie Museen. Ausstellungen der lokalen Essgewohnheiten. Hier ist noch nichts strategisch nach Konsumerwünschen angeordnet. Ich liebe es andächtig durch die Gänge zu schlendern, die exotischen Produkte zu begutachten und mich über großartiges Verpackungsdesign zu freuen.

Das wunderschöne Logo von Fidschi Bitter Beer, die bunten Flaschen von FIJI Water, die bunte Auswahl an Stoffen Farben und die riesige Auswahl an allen Variationen von Bhuja Mix, einem indischen Snack aus salzigen und frittierten Erbsen garniert mir jeder Menge exotischen Gewürzen wie Koriander und Senf Samen.

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Bus fahren

Ohrstöpsel rein und auf ein kleines Display in der Hand starren funktioniert hier nicht. Die ohrenbetäubende Lautstärke der Musik des Busses findet den Weg durch jeden In-Ear-Kopfhörer. Außerdem hat man gar keine Zeit sich in sein Handy zu vertiefen, da man ständig damit beschäftigt ist zugestiegene Gäste zu begrüßen. Say Bula! Ab und zu steht ein Gast auf und fängt, angefeuert vom Gegröle der anderen Fahrgäste, einfach an zu tanzen.

Die entspannten Island Remixe der verschiedenen Songs dröhnen nur so aus den Boxen. Und da Busfahrten in eine anderes Dorf gut mehrere Stunden dauern können, bleibt einem gar nicht anders übrig, als sich zurückzulehnen, mitzuwippen und die Party zu genießen.

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