02/05/14 Be thankful

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„Uns bleibt nichts zu tun als Danke zu sagen,
denn ihr habt Großes geleistet in diesen Tagen.“
Xavier Naidoo

Familie Delai besitzt nicht viel. Ein Bett, dass Mutter und Vater sich teilen, sowie ein kleines Bett für die älteste Schwester. Der Rest der fünf Kinder schläft einfach auf Strohmatten im Wohnzimmer. Es gibt keine Dusche, sondern nur einen großen Eimer. Die Waschmaschine ist seit Monaten kaputt.

Der größte Heiligtum der Familie ist eine Taucherbrille. Diese wird hoch oben an einem Dachbalken, unzugänglich für die Kinder aufbewahrt. Zu besonderen Anlässen wie Feiertagen, Schulfesten oder wenn Besucht kommt nimmt sich Vater Delai die Taucherbrille und geht um Meer Fische fangen. Danach wird die Brille gründlich ausgewaschen und wieder an ihren angestammten Platz gehängt.

Das kleine Stück Kunststoff ist von großem Wert für die ganze Familie. Denn Geld wird meist nur außerhalb des Dorfes genutzt, beim Einkauf im zwei Stunden entfernten Dorf Korovo. In Silvana wird getauscht. Fisch gegen Kasava, Eier oder Gemüse. Ich habe keine Lebensmittel die ich gegen den köstlichen Fisch eintauschen kann. Die Delais stört das wenig. Und so tauschen sie ihre Gastfreundschaft gegen meine Gesellschaft.

An meinem vorletzten Abend im Dorf gibt es ein großes Familienessen. Mama La freut sich über jeden Bissen Fisch, den ich esse und lächelt selig. Dabei wiederholt sie immer wieder – wie so oft – „Thank you“. Nach dem dritten Fisch kann ich nicht mehr. La strahlt mich immer noch an. „Thank you“.

Mir ist es unangenehm, dass ich soviel des guten Fischs gegessen habe. Gleichzeitig schäme ich mich, dass ich trotz Aufforderung nicht mehr schaffe. Und dann wird mir plötzlich klar, dass es mit ihrer Aussage gar nicht um mich geht.

Für die Delais ist ihre Dankbarkeit der Schlüssel zum Glück. Sie sind dankbar für das, was sie haben und freuen sich das zu teilen, anstatt drauf zu gucken was ihnen vermeintlich fehlen könnte.

Ich nehme mir ein Vorbild an meiner Familie und ziehe meine Abschiedsgeschenk aus der Tasche. Eine Taucherbrille. Ich habe sie ohne sie anzuprobieren in Neu Seeland gekauft. Sie ist viel zu klein. Die Jungs Sania, Roko, Delai Junior und Jerai strahlen mich an. Denn es sind nicht die Glücklichen die dankbar sind, sondern die Dankbaren die glücklich sind.

Für Familie Delai. Thank you.

 

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