22/03/14 Meet Reapi

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Leleuvia ist eine winzige Insel mitten in der Südsee. Sie ist nur 200 Meter breit, 530 Meter lang und so klein, dass man sie in einer Viertelstunde zu Fuß umrunden kann.

Auf Leleuvia gibt es nur ein paar Hütten, ein kleines Restaurant, einen Bootsanleger und seit Neustem eine Galerie.

Die Galerie besteht aus ein paar Bambusstangen, einem mit Palmenblatt gedeckten Dach und großen Stellwänden mit Kunstwerken einheimischer Künstler. Wie in jedem Haus auf Fidschi muss man vor Betreten die Schuhe ausziehen und so schlendere ich barfuß herum und bewundere die Gemälde. Bunte geometrische Formen auf Leinwand, filigrane, traditionelle Muster in schwarz-weiß, expressive Darstellungen von Schildkröten und Korallenriffen, surreale Unterwasserwelten.

Ich will meine Flip Flops gerade wieder anziehen und gehen als Reapi auf mich zukommt. Reapi ist eine kleine, für fidschianische Verhältnisse untypisch zierliche und trotz dunklem Teint blond gelockte Frau. Sie trägt ein langes, rot-weiß gestreiftes Kleid mit einem großen, blauen Steuerrad Druck und unzählige, goldene Armreifen. Begeistert fängt sie an zu erzählen und führt mich herum.

Sie kennt jeden Künstler persönlich. Viele kommen auf die Insel im zu malen oder auszustellen. Reapi lebt eigentlich in Suva, der Hauptstadt und lädt mich ein sie zu besuchen. „Meine Wohnung ist sehr schön und zentral gelegen“, sagt sie. „Aber wundere dich nicht. Ich habe mich entschieden ohne Elektrizität zu leben. Das geht hier auf Fidschi genauso gut und Kerzenlicht ist sowieso die schönste Lichtquelle!“

Bei Reapi dreht sich alles ums Licht. Und um Farben. Ihre Bilder triefen nur so von leuchtendem Korallenrot, strahlendem Gelb und intensivem Türkis und tragen Namen wie „Purple Rain“ und „Paradise“. Wenn die Seele die Farbe der Gedanken hat, wundert es mich nicht, dass Reapi nur mit Kerzenlicht auskommt. Reapis ganze Erscheinung ist ein leuchtendes Feuerwerk aus Licht, Ausstrahlung und Lebensfreude.

„Und jetzt gehe ich rüber zur Bar und bestelle meine Lieblingsfarbe“, sagt sie und lacht. „Willst du auch ein Bier?“

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