07/03/14 Have a party

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Die Party beginnt um acht Uhr morgens in Nadi. Soci, ein bulliger Gorilla mit goldener Ray Ban ist Gastgeber, DJ und Fahrer in einem. Er hat die ruhige Ausstrahlung eines Türstehers, der ganz genau weiß, dass er jedem um sich herum körperlich überlegen ist gemischt mit der positiven fidschianischen Art. Während der Fahrt spricht er nur wenige Worte. Aber wenn er lacht brummt der Bus. Die Location ist überfüllt, fast jeder Platz in dem ist belegt. Der Wind pustet durch die weit geöffneten Fenster. Trotzdem ist es ist heiß und schwül, die Gäste schwitzen nach wenigen Minute.

Auf dem Armaturenbrett ist die fidschianische Flagge gleich in drei verschiebenden Ausführungen gehisst. Daneben steht auf der Beifahrerseite ein selbstgebastelter Erste Hilfe Kasten auf falschem, abgenutztem Kunstfell. Am Rückspiegel baumelt ein dicker, goldener Forsch.

Der Dresscode ist leger, noch ist alles erlaubt. Unterwegs halten wir an um Sulus zu kaufen. Denn Soci lässt uns nur mit den bunten Stofftücher weiter reisen, die sowohl Männer und Frauen im Dorf tragen müssen. Er selbst nutzt die Pause und kauft frische Macadamia Nüsse eingewickelt in ein Bananenblatt. Sie sind so groß wie Mandarinen.

Aus den Boxen dröhnen fidschianische Remixe bekannter Popsongs. Eine besonders Größe Schwäche hat Soci für Céline Dion. Ich bin mir nicht ganz sicher, was die mehrfache Grammy-Preis Trägerin zu den beigemischten Beats und dem Ukulelen Sound von „My heart will go on“ sagen würde, aber Soci scheint es umso mehr zu gefallen. Insbesondere „I´m alive“ hat es ihm angetan und läuft in Dauerschleife.

Und so rast er mit Céline an seiner Seite durch den Norden Fijis und fährt tiefenentspannt ein Überholmanöver nach dem Nächsten. Ich hoffe, dass die akustische Untermalung ein gutes Zeichen ist, Céline mit ihren Aussagen Recht behält und wir nicht den dubiosen Erste Hilfe Kasten öffnen müssen.

Auf halber Strecke sammelt Soci einen kleinen Jungen ein. Er ist etwa fünf Jahre alt. Er ist schüchtern, aber der Schalk sitzt ihm im Nacken. Schnell hüpft er auf den letzen freien Platz und mustert die Fremden im Bus. Seine Kleidung ist dreckig, der Schnodder läuft ihm aus der Nase. Soci zückt eine Tüte Chips und einen brandneuen, kleinen, blauen Rucksack mit einem großen Disney Motiv auf der Rückseite. Der Kleine fängt an zu strahlen.

„Parents dead. Me Godfather. Because in Fiji no one stays alone.“ erklärt der bullige Schrank herzergeifend. Seine generelle Ausdehnung scheint nicht nur sein Körpervolumen, sondern auch sein Herz zu betreffen. Und während der den Kleinen vom Fahrersitz aus liebevoll knufft, singt Céline stellvertretend für dieses durch den ganzen Bus.  I´m alive. 

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