21/01/14 Meet Beryl

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Meine neue Mitbewohnerin heißt Beryl. Sie ist fast neunzig Jahre alt und wird von ihrer Tochter Debbie liebevoll versorgt und betreut. Der Tag bekommt einen anderen Rhythmus, wenn man mit einem alten Menschen unter einem Dach lebt. Die Mahlzeiten geben dem Tag Struktur, Routine ist ein Anker.

Beryl hat in den letzen Monaten sehr viel Gewicht verloren und wiegt nur noch wenige Kilo. Ihre Haut ist dunkel von der Sonne, ihre Haare sind schneeweiß. Noch nie in meinem Leben habe ich so faltige, wunderschöne Hände gesehen. Fast ein Jahrhundert Geschichte, die sich langsam auf einen Gehwage gestützt, durch das Haus schiebt wie eine kleine, federleichte Schildkröte. Unterwegs hält sie immer wieder an um auf einem Stuhl ein Nickerchen zu machen.

Ans Essen muss man sie erinnern und wenn sie isst salzt sie immer kräftig nach. Süßes ist ihr ein Graus! Ebenso wie lange wach sein. Immer wieder versucht sie sich mit einem „I´m very ooooold, I might go back to bed.“ zurück ins Bett zu schummeln. Wir versuchen sie abzulenken, bieten ihr Tee oder Cracker an. Manchmal kommentiert sie das dann mit einem „Oh, I´d love to, my dear!“, lächelt einen verschmitzt an und vergisst ihren eigentlichen Plan.

Gestern, nach einem langen Spaziergang alleine am Strand sagte ich zu ihr: „Oh Beryl, one day I also wanna live next to the beach.“ Sie schaute versonnen von ihrem Schattenplätzchen auf der Terrasse auf und sagte: „You never know what the future may bring…“

 

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